Wie finanziert man eine so lange Reise? Arbeitet ihr zwischen drin? Könnt ihr von euren Sponsoren leben? Wie viel Geld braucht man? Solche Fragen erreichen uns immer wieder.
Wir finanzieren unser Leben und die Reise durch Kapitalerträge, d.h. wir haben ein paar Aktien und andere Wertpapiere in unserem Depot liegen und bekommen jährlich Dividenden (Gewinnausschüttung bei Aktien), Zinsen und Kursgewinne.
Wie viel Geld man braucht, hängt natürlich stark vom gepflegten Lebensstil ab, in welchen Ländern man unterwegs ist, wie viel Kilometer man im Jahr zurücklegt und ob man mit Fahrrad, Motorrad oder Auto unterwegs ist.
Man kann grob sagen, das man bei bescheidener Lebensführung mit 1.000,- Euro im Monat auskommen kann (im Jahr 2007, Reise mit Auto, ohne Abschreibung und kalk. Zinsen aufs Auto, ohne Inflationsrückstellung).
Wer 1.500,- Euro p.m. zur Verfügung hat, lebt recht sorgenfrei.
Gehen wir in der weiteren Betrachtung von einem bescheidenen Leben aus und einem Bedarf von 1.000,- Euro im Monat oder 12.000,- Euro im Jahr. Wie viel Kapital man nun in Form von ertragbringenden Wertpapieren braucht, hängt von der Rendite ab, die man erzielen kann und diese ist abhängig vom Risiko, das man bereit ist einzugehen. Rechnet man mit einer recht konservativen Anlage und 5 % Rendite p.a. sind 240.000,- Euro anzulegen. Dieser Wert ist ein ganz grober Richtwert, nicht berücksichtigt ist bisher das Lebensalter und die Inflation. Wer 30 Jahre alt ist, wird einen höheren Kapitalstock brauchen, denn der Kapitalstock sollte in etwa um die Inflationsrate jährlich erhöht werden. Wer hingegen Mitte 50 ist, eine Rente oder Pension mit 67 in Aussicht hat und davon ausgeht, sich mit 80 aus dem Genpool der Menschheit zu verabschieden und den Nachkommen keine Erbschaft hinterlassen möchte, der wird das Kapital nicht weiter erhöhen müssen, sondern kann im Gegenteil entsparen, also den Kapitalstock langsam abbauen.
Wie kommt man nun an, sagen wir mal 300.000,- Euro?
Ganz einfach: Bankraub, Lottogewinn, Erbschaft oder arbeiten und sparen.
Für uns kam leider nur der letzte Weg in Betracht. Wir waren 21 Jahre alt und haben gesagt, mit 40 muss es soweit sein. Also 300.000 durch 19 Jahre macht etwa 15.800,- im Jahr oder grob 1.300,- Euro, die man jeden Monat ansparen muss. Schluck, soviel? Nein, denn jetzt haben wir noch nicht die Rendite während der Sparzeit berücksichtigt (Zinseszinseffekt) und auch noch nicht die Inflation. Vereinfacht kann man die Inflation einfach von der Rendite abziehen. Leider kann ich hier keine Matheformeln mit Exponenten darstellen. Guck mal im Lexikon oder bei wikipedia unter Barwert und dessen Berechnung.
Unterstellen wir eine Rendite von 5 % und eine Inflationsrate von 2,5 %, müsste man jeden Monat 1.000 Euro weglegen, um nach 19 Jahren ca. 370.000,- Euro Kapital zu haben, das dann die Kaufkraft ermöglicht, wie heute 300.000,- Euro.
Und da das Ganze noch nicht kompliziert genug ist, muss man natürlich auch die 1.000,- Euro monatliche Sparrate dynamisieren, d.h. heute sind 1.000,- Euro ja viel mehr als die 1.000,- Euro, die man in 19 Jahren spart. Also kann man auch hier die Nettorendite von 2,5 % rechnen und kommt dann auf einen monatlichen Betrag von 800,- Euro, mit dem man jetzt beginnt und erhöht diesen um 2,5 % jedes Jahr.
Nein, es sei den man bietet uns Arbeit an. Wir gehen der Arbeit nicht aus dem Weg und nehmen jeden Euro mit, der sich bietet, aber wir suchen nicht.
Scherzbold, wir können davon unsere Reiseführer und Landkarten bezahlen.
Auf der French-Linie über 1.100 Sanddünen quer durch die Simpson Desert. Eines der großen Abenteuer in Australien.
Unterwegs auf dem Bahndamm des legendären "Old Ghan". Genau die richtig Mischung aus Abenteuer, Reisen und Offroad fahren
Immer am Meer entlang, touristisch aber dennoch ein Highlight.