Seit mehr als 1000 Tagen leben wir nun ohne festen Wohnsitz, immer mobil, immer unterwegs.
Je länger wir unterwegs sind, um so sicherer sind wir, dass dieser, unserer Weg, genau der richtige für uns ist. Ein „normales“ Leben mit Arbeit, Wohnung, Pkw und Fernseher können wir uns nicht mehr vorstellen. Im Gegenteil, die anfänglichen Bedenken, ob das alles richtig war, Job zu kündigen und Wohnung aufzulösen sind völlig ausgeräumt. Es war genau richtig.
Treffend hat das Gerd-R Lang, der Gründer der Chronoswiss auf den Punkt gebracht:
Die Zeit ist immer im Fluss. Wer keine hat, kann sich keine nehmen. An einem Ort, der zum Verweilen einlädt, finden wir Zeit, den Augenblick zu genießen. Und spüren, was wirklicher Luxus ist: über Stunden und Minuten so zu verfügen, wie es uns gefällt.
Und wir sehen jetzt, dass das größte Glück nicht ist, das zu bekommen was man will, sondern es noch zu wollen wenn man es hat. Unterwegs haben wir einige getroffen, die ebenfalls für lange Zeit unterwegs sein wollten, ebenso wie wir, darauf hin gearbeitet haben und dann auch ihr Ziel erreicht haben und dann nach einigen Monaten Unterwegs feststellten, dass das Leben als Nomade nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt hatten.
Wir haben das große Glück, dass das Leben uns richtig Spaß macht, wir kommen gut mit den echten Indianern in Indien genau so wie mit den Schwarzafrikaner, den Türken oder den Moslems zurecht und selbst mit den korrupten Polizisten in Niger haben wir noch unseren Spaß.
Also können die nächsten 1000 Tage kommen.
Aber es gibt natürlich auch Schattenseiten.
Wir merken, wie wir uns immer mehr von der Gesellschaft oder von Deutschland lösen. Unsere Ansichten ändern sich, unser Bild von der Welt ändert sich, unsere Wertevorstellung ändert sich. Materielles hat nicht mehr den Stellenwert wie früher und so haben wir uns verändert. Aufgrund der schwierigen Kommunikation (trotz e-mail und Internet) bekommen Freunde die Argumente für unsere geänderte Sicht der Dinge nicht mit und so sind wir ihnen zum Teil Fremd geworden.
Wir wundern uns, dass sich bei ihnen (aus unserer Sicht) in drei Jahren nicht viel geändert hat. Immer noch die gleichen Probleme mit dem Chef, die gleichen Probleme mit Geld, Frau, Auto und Hund. Okay, man hat sich durchgerungen und das Auto gewechselt.
Freundschaften werden flacher, auch weil wir sie nicht richtig pflegen können.
Neue Freundschaften kommen zwar zu Hauf hinzu, aber auch diese sind in der Regel nur für den Augenblick, wenn auch manchmal für den Augenblick sehr intensiv.
In der Online Ausgabe der "Zeit" gibt es einen Interview-Ausschnit von uns.
Pistenkuh war zu Gast bei dem Expeditionmobil Hersteller Bocklet und zeigte eine Kurzfassung der Show "Kapstadt - Kairo"
Unsere Planungen für die nächste Reise stehen fest. Es geht für sechs Monate nach Marokko, wo wir einige Projekte mit einem Freund umsetzen möchten.