Motsekuoa, 26,32°, sonnig

Liebe Freunde,
zurück aus den Weihnachtsferien gibt es auch schon den nächsten Bericht. Unsere Werkstatt-Odyssee nimmt kein Ende, irgendwo muss Murphy dazugestiegen sein und jetzt werden wir ihn nicht mehr los. Wieder wird unser Motor heiß, extrem heiß. In Petermaritsburg haben wir eine Deutzwerkstatt gefunden, geleitet von Hans Schröder, einem Deutschen, der vor über 40 Jahren nach Sambia auswanderte, dort der größte VW und Toyota Importeur wurde, sein Geschäft auf Südafrika ausdehnte und zudem Deutzimporteur wurde.
Wir waren zwei Tage bei ihm zu Hause zu Gast und er könnte ein Buch schreiben. Geschichten, irre. Damals dauerte eine Reise von Hannover nach Lusaka 17 Tage. Die einzige Flugverbindung nach Afrika war von Rom nach Tripolis und von dort weiter mit kleinen Maschinen, die alle 3 Stunden auftanken mussten. Ab Kenia dann weiter mit dem Zug. Für die Reise seiner Frau, die ein halbes Jahr später nach kam, musste er zwei Monatslöhne zahlen. Nicht nur das er Generalimporteur verschiedener Automarken war, nein, nebenbei hatte er eine Möbelfabrik aufgebaut und belieferte Neckermann mit einem Möbelstecksystem, wie man es heute von Ikea kennt. Naja, die Zeit verging wie im Flug bei Geschichten und kaltem Bier am Pool.
Unserem Deutz wurde der Ölkühler ausgebaut und komplett gereinigt und jetzt kriecht er die Berge hoch wie am ersten Tag, Temperatur immer im optimalen Bereich.
70 Kilometer später macht es knack und unsere Kofferaufnahme ist gerissen. Diesmal nicht nur die linke Seite, die ja schon in Angola gerissen war und die wir in Namibia hatten schweißen lassen, nein, diesmal auch die rechte Seite, der Koffer hängt etwas schief auf dem Fahrgestell und eine Weiterfahrt ist nur mit Mühe im Schritttempo bis in den nächsten Ort möglich.
Von dem Dorfschmied, ein Bauer, der nebenbei eine Werkstatt und Schlosserei betreibt, sagt man: „Er ist nicht der Beste, aber der Beste den wir hier haben.“ Also legen die Schlosser los. Beide Tanks ausbauen, Koffer ausrichten, Verstärkungsbleche brennen, schweißen und alles wieder zusammen bauen. Zwei Leute einen ganzen Tag Arbeit, macht mit Material alles zusammen 45 Euro. Im Preis waren auch noch drei Nächte auf seiner Farm drin. Wir konnten stehen wo wir wollten und wählten einen kleinen See am Waldrand. Die Farm erstreckt sich bis zur Gebirgskette am Horizont, bestimmt 20 km, ein eigener großer Wald, Felder, Seen und Hügel.
Und dann ging es endlich über den Sani-Pass nach Lesotho.
Der Sanipass ist abenteuerlich. Extrem steil, grob geschottert, enge Serpentinen, es macht richtig Spaß und ich glaube es nicht, der Motor wird nicht heiß.
Lesotho ist ein Geheimtipp. Atemberaubende Bergwelt, kleine Schottersträßchen, freundliche Menschen, die recht ursprünglich leben. Die Strecke über den Sanipass und weiter über Thaba Tseka, den Mokhoabong Pass und den Blue Mountain Pass ist ein absolutes Muss. Man sollte sich jedoch vorher reichlich mit Diesel und Lebensmittel eindecken. Zukaufen gibt es unterwegs nicht viel und der Treibstoffverbrauch auf der Passstrecke ist enorm.
Wie schon angekündigt, waren wir über Weihnachten in den Drakensbergen wandern. Genauer gesagt im Royal Natal Nationalpark. Wir schnallten Zelt und Schlafsäcke an die Rucksäcke und dann ging es für 4 Tage in die Bergwelt. Wir hatten eine gute Detailkarte gekauft und wanderten durch eine kleine Schlucht, die sich immer mehr zu einem Kamin verengte, wir schliefen in Höhlen, das ähnliche archaische Gefühle weckt, wie das Rauschen von Wasser oder das Sitzen am Lagerfeuer. Der Gipfel war dann wirklich der Gipfel. Wir übernachteten auf einem kleinen Bergüberhang auf etwas mehr als 3000 Meter. Leider war es kalt, nebelig und regnerisch. Wir warteten einen Tag im Zelt und dann am zweiten Morgen ein traumhaftes Senario: Unter uns waren dichte Wolken, wir darüber und die Wolken veränderten mit der aufsteigenden Sonne ihre Farbe von rot über gelb bis weiß.
Ach ja, ein Highlight war das Rutschen in einer natürlichen Wasserrutsche, die wir auf unserem Weg entdeckten. Die Wasserkraft haben wir völlig unterschätzt. Ein Steuern oder gar aussteigen ist nicht möglich, sobald man von den Wassermassen gepackt wird. Adrenalin pur und wir wanderten mit ein paar blauen Flecken zufrieden weiter.

In den nächsten Tagen werden wir zur Küste fahren und dann geht’s nach Kapstadt.
Überrascht waren wir über die vielen Reaktionen zu unserem Werkstattbericht. Inzwischen habe ich eine ganze Sammlung der haarstreubendsten Geschichten, vor allem was sich in deutschen Werkstätten ereignet. Ich könnte jetzt dazu ein Buch schreiben. Und wegen der vieln Nachfragen werde ich euch die Reifengeschichte beim nächsten Mal schreiben.
Soviel für heute
viele Grüße aus Lesotho
Sabine und Burkhard
Entlang der Goldküste ist es uns zu langweilig und zuviel Asphalt für unsere MUD-Terrain Reifen. Eine Alternative ist der Regenwald.
Vom Kuhstall zum höchsten Wohnhaus der Welt, wie geht das? Ist Surfers Paradise wirklich ein Paradies für Surfer?
Wir waren zehn Tage auf Fraser Island, einem Naturschutzgebiet und Off-Road Paradies. Zeit, unser Tagebuch zu überarbeiten fanden wir auch.