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Pistenkuh · Sabine und Burkhard Koch

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Algerien - Nie wieder ohne Allrad

Die Route:

Figuig - Bechar - Beni-Abbes - Kerzaz - Reggane - In Salah - Tamanrasset - In Salah - El-Golea - Ghardaia - Laghouat - Figuig

Endlich ist Freitag. Der Transit stand schon seit drei Tagen bepackt vor der Tür.
Von der Arbeit nach Hause und nach dem Duschen sofort ab auf die Autobahn.
Drei Tage später stehen wir in Algeciras und setzen nach Ceuta über.
Volltanken mit zollfreiem Diesel und ab zur Grenze.

Alles ist genau so wie letztes Jahr, nur das wir viel relaxter an die Sache ran gehen.
Die Einreise nach Marokko ist in 2 Stunden erledigt und endlich kommt die Sonne raus.
Das nächste Straßencafe ist unseres. Wir können uns kaum entscheiden zwischen leckerem frisch gepressten Orangensaft, Milchkaffee, eiskalte Cola oder dem traditionellen Minz-Tee.
Wir nehmen alles und so bleibt nur die Wahl der Reihenfolge.
In Tetouan werden wir wieder von Mofas verfolgt, die uns zu unserem großen Glück gratulieren wollen, denn heute soll großer Berbermarkt sein.
Ich sage spaßeshalber wir seien zum achten mal in Marokko, plötzlich sind alle Schlepper verschwunden.
Am späten Nachmittag erreichen wir Azrou und parken vor unserem Lieblingscafe. Ein Franzose führt das Cafe und hier gibt es richtig gut schmeckende kleine Törtchen zu kaufen.

Fahrtechnisch wird es jetzt spannend. Wir haben Anfang April und es liegt Schnee in den Bergen, allerdings ist die Hauptstraße nach Midelt geräumt. Links und rechts türmen sich Schneewände, dichter Nebel liegt in den Bergen und die Tachonadel kommt selten über 50 km/h hinaus.
Die Suche nach einem Übernachtungsplatz gestaltet sich schwierig. Die aufgeschobenen Schneewände seitlich der Straße machen es unmöglich, die Straße zu verlassen.
SonnenuntergangNachts gegen 1 Uhr finden wir endlich eine Möglichkeit in der Einsamkeit, uneinsehbar von der Straße zu übernachten. Seit 3 Stunden folgte uns ein VW-Bus, der auch jetzt plötzlich neben uns stand.
Es waren Engländer auf ihrer ersten Marokkoreise. Schnell war ein wärmender Tee gekocht, das Fladenbrot auf dem Tisch und ein unterhaltsames Gespräch im Gange.

Am nächsten Morgen, ich kann es kaum glauben, wir werden von Sonnenstrahlen geweckt. Der Himmel strahlend blau, wolkenlos.
Wir frühstücken mit den Engländern bei uns im Auto, denn es ist eißig kalt draußen.
Die Landschaft wir mit jedem Kilometer atemberaubender und erinnert an Westernfilme.
Mittags verabschieden wir uns in Errachidia an einer Tankstelle von den Engländern und machen uns auf den Weg in Richtung Osten nach Figuig zur algerischen Grenze.
Die Straße verläuft fast gradlinig durch öde Landschaft. Ich überlege, ob man nicht das Lenkrad mit einem Strick fixieren, und die Axt auf´s Gaspedal legen könnte, dann könnte ich nach hinten gehen und Kaffee trinken. Den Blicken von Sabine entnehme ich, dass die Idee nicht so übermässig gut ist.
Gegen 17 Uhr erreichen wir Figuig, wollen aber erst morgen in aller Frühe ausreisen und suchen uns daher einen halbwegs schönen Übernachtungsplatz ca. 20 Kilometer vor Figuig.

Jetzt wird´s spannend

Am nächsten Morgen fahren wir durch die Oase und stehen nach ca. 3 Kilometer vor einem Schlagbaum. Niemand da. Im Schatten von Palmen steht ein kleines Militärzelt. Ich gehe zum Zelt. Innen liegt ein fetter Marokkaner in Uniform mit Stiefeln, dreckig und speckig im Feldbett. Meine Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen, dennoch hat er eine Sonnenbrille auf.
Keine Begrüßung, nichts. Mit einer Handbewegung deutet er mir, dass er die Pässe sehen will.
Aha, er kann doch sprechen. Er fragt nach Whisky, Bier, Zigaretten und spezieller Lektüre, seiner Handbewegung entnehme ich, er meint wohl Dolly Buster.
Ich habe nichts von alle dem, seine Freude verschwindet aus seinem Gesicht.
Er möchte wissen, ob ich noch Dirham habe, habe ich, umgerechnet 90,- DM. Sein Lächeln kehrt zurück.
Doch zunächst gibt er mir die Pässe wieder und sagt wir müssen zurück nach Figuig um bei der Polizei die Ausreisestempel in die Pässe stempeln zu lassen.
Okay, also 3 km zurück, die Pässe werden ohne Probleme sofort gestempelt und wieder geht es zur Grenze.
Wieder trete ich an sein Feldbett und zeige die frischen Stempel. Er macht einen Stempel daneben und jetzt möchte er meine gesamten Dirham haben, denn die Ausfuhr von Landeswährung ist verboten.
Zurück zur Bank könne ich nicht mehr, denn ich sei jetzt formal ausgereist.
"Shit - It´s not korrekt" "What is korrekt in the world?" war seine Antwort. Okay, 1:0 wir handeln und zahlen 10 % sowie 2 Liter Orangensaft im Tetrapack. Ein Heranwachsender im Jogginganzug öffnet den Schlagbaum, der Chef blieb die ganze Zeit im Feldbett liegen.

Im Schritttempo rollen wir auf die einige hundert Meter entfernten Blechbaracken der Algerier zu.
Der erste Eindruck ist: Hier geht´s korrekt zu. Saubere Uniform, höflich und nett.
Nach Durchsicht unserer Pässe werden wir gebeten unseren Transit komplett auszuladen. Ich frage sicherheitshalber noch einmal nach. "Oui, complète". Verhandeln nützt nichts, wir tragen alles in die Blechbaracke. Sandsturm zieht auf. Eine umherfliegende Schaufel zertrümert unser linkes Rücklicht.
Unser ganzes Gepäck liegt endlich in der Hütte. Jetzt noch der Dachgepäckträger, dann steht der Transit da, als käme er frisch aus der Montagehalle. Neugierig werden unsere Vorräte bestaunt. Eine Coladose verschwindet in seiner Tasche, ebenso eine Hand voll Bonbons. Eine Dose Ananas findet auch den Weg zu ihm. Ich merke wie mir der Hals schwillt. Ich nehme die Dose Ananas und lege sie demonstrativ zu unseren Vorräten zurück.
Er macht mir klar, er könne alle Konservendosen öffnen, wenn er darin Rauschgift vermutet. Ich solle froh sein, wenn er sich auf die Prüfung von zwei bis drei Dosen beschränkt. Die Ananas wandert wieder zu ihm.
Aber wir können einpacken. Wir verstauen alles an seinem Platz und starten. 30 Meter dauert die Fahrt, da werden wir von einem weiteren  Uniformierten angehalten. Wieder eine Blechhütte, wieder Paßkontrolle.
"Alles ausladen". "Nein, ist nicht nötig, wir sind schon von ihrem Kollegen gründlich durchsucht worden."
Das war Polizei, die suchen nach Rauschgift und Waffen, er ist vom Zoll und sucht nach Alkohol und Pornos.
Wieder wechseln einige Dosen den Besitzer. Beim nächsten Mal male ich auf alle Dosen mit Edding Schweineköpfe.
Jetzt noch die Versicherung, Zwangsumtausch und Devisendeklaration. Alle Devisen auf den Tisch, vorzählen und in die Erklärung eintragen.
Unsere DM, restliche Franc und Peseten, die US-Dollar und die Dirham.
Er sieht die Liste durch, streicht die Dirham und steckt die umgerechnet 80,- DM in die Tasche.
Die Einführung von Feindeswährung ist verboten.
Okay, 10 %. Keine Chance, er rückte nicht einen Dirham mehr raus.
Dann möchte ich eine Quittung. Obwohl wir die Einzigen an der Grenze waren, hat er jetzt keine Zeit eine Quittung auszustellen. Es könne ca. 5 Stunden dauern. In der Zwischenzeit könnten seine Kollegen nochmals nach Alkohol suchen, wenn wir jedoch keine Quittung bräuchten könnten wir jetzt fahren.
Die ersten Kilometer auf algerischen Straßen kann ich mich kaum konzentrieren, weil ich gedanklich einen Mord plane.
Für uns steht fest, bei der nächsten Abzocke drehen wir sofort und machen Urlaub in Marokko.
Und da kommt auch schon vor Beni Ounif die erste Polizeikontrolle.
Ein kurzer Blick in die Pässe und "Gute Reise". Okay, wir bleiben.
In Bechar tanken wir 160 Liter Diesel für ein paar Mark. Unser Schwarzgeld werden wir gar nicht brauchen, denn es ist alles so billig, das unser Zwangsumtausch wahrscheinlich ausreichen wird.

Keine Touristen

Touristen sind schon lange keine mehr hier gewesen meint der Tankwart.
Beni AbbesAuf der weiteren Fahrt in Richtung Beni Abbes nehmen wir einen Einheimischen Tramper mit. Er ist Lehrer in Beni Abbes und läd uns zum Dank in ein Hotel zum Kaffee ein.
Alles erinnert an unseren letzten DDR Besuch 1988.
Wir sitzen draußen am Pool, doch statt Wasser liegt einen halben Meter Sand im Pool. Aber das Hotel hat einen Pool.
Nach dem Hotelbesuch zeigte er uns die Oase und zum Abschluß gab es noch einen Tee in seinem Haus.
Beni AbbesDie nächsten 100 Kilometer waren wir beeindruckt von den Sanddünen des Grand Erg Occidental und den malerischen Oasen mit ihren Schwenkbrunnen. Traumhaft schön.

Reggane
Auf dem Weg von Reggane nach Ain Salah

Von Reggane nach In Salah dann die erste Piste. Auf der Karte sahen die 250 Kilometer recht locker aus, aber der Sand war teilweise so weich, das wir alle 4 Meter feststeckten, schaufeln und Sandbleche legen mussten. Leider hatten wir nur zwei Bleche, vier wären besser gewesen, oder noch besser Vierradantrieb.
Zwei Tage, die ich nur als Schaufeltage in Erinnerung habe. Landschaftlich total öde, lediglich einige versteinerte Baumstämme sorgen für etwas Abwechslung.

Sand

In In Salah steuerten wir ins berühmte Hotel/Cafe Carrefour, was in jedem Reiseführer als Globetrottertreffpunkt beschrieben wird. Hier hofften wir auf andere Touristen zu treffen, die von Tamanrasset kamen und etwas zur Sicherheitslage sagen könnten, denn das Auswärtige Amt riet von Reisen in den Süden Algeriens ab, da es hier zu Überfällen mit Toten gekommen sein soll. Allerdings sollen sich diese Raubüberfälle bei denen man den Touristen die Geländewagen klaute, alle südlich von Tamanrasset zugetragen haben.


Wegstein
Wegmarkierung in Reggane 1991

Im Cafe war niemand, auch der Camping war verlassen, auf dem Markt gab es nichts zu kaufen und in den Cafes gab es nur Kaffee oder eine Limo, die scheinbar ein Abfallprodukt der Chemieindustrie war.
Okay, wenn hier keine Touristen sind, dann sind die wahrscheinlich alle in Tamanrasset und es ist dort sicher. Wir machen uns auf den Weg.

Wir fliegen 

DromedarIn Salah verschwindet im Rückspiegel. Die Tachonadel zeigt  80 km/h auf neuer Teerstraße. Plötzlich gibt es einen fürchterlichen Schlag und es wird ruhig um uns. Wir fliegen. Doch dann, mit einem Krachen schlagen beide Vorderachsfedern durch. Noch schlimmer wird das Aufsetzen der Hinterachse, die sofort nochmals in die Luft springt und mit einem zweiten Krachen endlich Bodenkontakt behält.
Wir stehen, Ruhe umgibt uns, der Staub sinkt langsam zu Boden. Mit weichen Knien steige ich aus und begutachte den Schaden. Ich hatte einen Geschwindigkeitsbrecher übersehen, der wesentlich größer war, als die in Deutschland in den Tempo-30-Zonen.

endlose Weiten

Auspuffgummi abgerissen, Federbegrenzungsgummi auf beiden Seiten kaputt. Drei Fischdosen von Proviant offen, mehrere Konservendosen und Feldflasche verbeult, Bücher, Landkarten und Kassetten verstreut im Innenraum.
Aber das Fahrwerk ist okay, der Motor springt an und der Transit beschleunigt als wäre nichts gewesen.
Landschaftlich interessant wird es in der Arak-Schlucht. Felsnadeln türmen sich links und rechts der Strecke auf. Inzwischen ist das Teerband so löchrig, das wir teils neben der Teerstraße auf der alten Piste fahren und dort besser voran kommen.

Verfolgung

Erg in AlgerienSeit dem Marabout Moulay Hassan werden wir von einem Toyota Landcruiser verfolgt.
Ich wundere mich, warum er nicht näher kommt und überholt. Ob Touristenfahrzeug oder Militär können wir nicht erkennen, nur das er seit über einer halben Stunde im gleichen Abstand hinter uns bleibt, egal ob ich die Geschwindigkeit von 80 auf 90 erhöhe oder auf 70 senke.
Plötzlich kommt er näher, überholt und verschwindet. Es war ein beiger Pick-up, auf dessen Ladefläche 5 mit Maschinengewehren bewaffnete Tuareg saßen. Durch ihre Chechs konnte man nichts erkennen, doch hinter der nächsten Biegung standen sie auf der Straße und zwangen uns zum Anhalten. Einer von Ihnen kam auf uns zu und sagte er habe Durst, ob wir Wasser für ihn hätten, der Anführer ging inzwischen um unser Auto.
Ich reichte ihm meine Wasserflasche und er fragte ob es ein Allrad sei. "Nein, es ist ein Scheißkarren, nur für Asphalt", war meine Antwort. Er gab mir die Wasserflasche zurück und wünschte uns eine gute Reise.
Obwohl wir ein ganzes Stück nur 60 km / h fuhren, haben wir sie nicht mehr im Rückspiegel gesehen.
SandIn Tamanrasset dann die große Enttäuschung, kein einziger Tourist, die Stadt war wie ausgestorben.
Im Restaurant essen wir Hähnchen mit Pommes, weil es sonst nichts gab.
Wir suchen in einem Haushaltswarengeschäft nach einem Messingtablett, doch die Preise sind wesentlich höher als wir gedacht haben. Der Verkäufer ist nett und gibt sich wirklich Mühe, aber unser Budget ist einfach zu klein.
Wir fahren auf den Campingplatz.
Hier treffen wir einen anderen Touristen, der mit seinem BMW-Motorrad aus Berlin unterwegs ist.
Die Polizei trifft ein und ist über unsere Anwesenheit überrascht. Vor 4 Tagen gab es einen Raubüberfall auf Touristen in der Nähe von In Ecker, in etwa dort, wo wir von den Vermummten um Wasser gebeten wurden, bei dem ein Tourist erschossen wurde. Zudem wurde Rotel-Tours überfallen und der Fahrer der Reisegruppe, ein Deutscher, in den Fuß geschossen, weil er nur zögerlich 30.000,- DM übergab.
Daraufhin ist ein Konvoi mit allen Touristen gebildet worden, der unter Militärescorte in den Norden gebracht wurde.
Wir waren die Ersten, die jetzt wieder hier in Tam waren.
Der Polizist rät uns von der Strecke nach Djanet ab und der Assekrem sei gefährlich.
TamDennoch beschließen wir am nächsten Tag die Piste hinauf zum Assekrem zu fahren. Aber so richtig genießen können wir die faszinierende Bergwelt mit ihren bizarren Basaltkegeln nicht. Immer wieder suchen wir den Horizont nach auftauchenden Banditen ab. Die Strecke gestaltet sich für unseren Transit als schwierig, wir kommen nur sehr langsam voran .
FelsplatteImmer wieder sind ausgewaschene Gräben mit Steinen zu überbrücken.
Nachmittags kehren wir um, ohne den Gipfel erreicht zu haben, denn wir möchten die Nacht auf dem Campingplatz verbringen.

Tam

Es ist schon dunkel als wir nach Tamanrasset kommen. Am Straßenrand möchte jemand mitgenommen werden. Wir halten, rücken dichter zusammen und fahren ihn zu seinem Haus in der Stadt. Wir werden zum Tee eingeladen und bei Licht merken wir, dass es der Verkäufer von gestern war, bei dem wir nach einem Tablett gesucht haben.
Zum Abschied schenkt er uns ein riesiges Tablett. Wir möchten es nicht annehmen, wissen wir doch, was die Dinger kosten, aber er besteht darauf. Wir haben ein schlechtes Gewissen, lassen ihm die freie Wahl an unseren Vorräten, doch er will nichts, außer etwas Kakao. Wir schenken ihm unseren kompletten Kakaovorrat, einige Liter H-Milch und fahren überglücklich auf den Campingplatz.
Sabine kocht Nudeln und ruft Nicole und mich zum Essen. Hungrig wie wir sind rennen wir los, was den Wachhund des Campings veranlaßt sich auf uns zu stürzen und Nicole ins Bein zu beißen.
Die Wunde blutet, der Campingplatzbesitzer meint wir sollen uns keine Sorgen machen, der Hund sei nicht krank.
Abends im Bett beschließen wir, dass wir am nächsten Morgen die Stadt auf der Teerstraße in Richtung Norden verlassen und auf jeden Fall bis hinter die Arak-Schlucht zurück fahren.

Arak Schlucht Cafe

In In Salah fahren wir zur Tankstelle. Die Zapfpistole fehlt und so wird der dicke Dieselschlauch in den Einfüllstutzen des Tanks gesteckt und die Pumpe eingeschaltet. Der Tankwart geht in sein Häuschen und trinkt Tee. Ich höre es gurgeln und springe im letzten Moment bei Seite als eine Fontaine Diesel aus dem Tank spritzt.
In aller Ruhe kommt der Tankwart und stellt die Pumpe ab. Er wirft einige Schaufeln Sand vor die Zapfsäule, jetzt merke ich, das wir auf einem ca. 30 cm hohen Sandhaufen stehen. Die Pistole fehlt wohl schon seit längerem.
In El Golea ist unsere Inspektion fällig, oder zumindest abschmieren und Ölwechsel.
Ich habe alles dabei und frage bei einem Autoschlosser, ob ich seine Grube benutzen darf.
Meine Schuhe und Strümpfe sind versaut, weil ich fast bis an die Knöchel in einem Öl-Sand-Schmier stehe.
Mein Altöl fange ich peinlichst auf und fülle es in den leer gewordenen Öl-Kanister.
Ford TransitAber warum das Altöl nach Hause fahren ? Ich frage den Mechaniker, ob er es fachgerecht entsorgen kann.
Klar kann er, er nimmt meinen Kanister und schüttet das Öl in die Grube. Drei Schaufeln Sand drauf, fertig.
Statt einer Bezahlung werden wir zum Tee eingeladen. Schade das die Werkstatt so weit weg ist.
Nach drei Tagen stehen wir wieder an der algerisch-marokkanischen Grenze in Figuig.
Die Kanister sind mit billigem algerischem Diesel gefüllt und wir befürchten schon Schlimmes, als wir den gleichen Zöllner wie bei der Einreise sehen.
Shit, dass man sich immer zweimal im Leben sieht.
Er sieht schlecht aus, liegt auf einem Feldbett und klagt über Magenschmerzen und Durchfall, möchte Schmerztabletten und Medikamente.
Okay, ich möchte meine 400 Dirham (80,- DM) zurück, die er mir bei der Einreise abnahm. Aber die hat er nicht mehr.
Für Medikamente könnten wir so durchfahren, ohne Kontrolle. Wir willigen ein.
Ich gebe ihm eine große Packung Abführmittel, alle 3 Stunden 2 Kapseln müssten reichen.
Er bedankt sich und der Schlagbaum öffnet sich.

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